

Wenn wir auch die Raumkapsel Orion der Artemis II Mission nicht mit unseren Teleskopen beobachten können, weil diese viel zu klein und vor allem viel zu weit weg ist, konnten wir doch am Ostermontag einen relativ seltenen Transit der internationalen Raumstation vor der Sonne beobachten und fotografieren. Dieser Transit hatte den Vorteil, dass die ISS der Erde relativ nah war (626 km) und wir sie daher mit dem Teleskop gut fotografieren konnten. Allerdings muss man den vorausberechneten Zeitpunkt genau abpassen, da die ISS nur 0,78 Sekunden benötigte, um die Sonnenscheibe zu überqueren. Die scheinbare Größe der ISS entspricht in etwa der Größe des Jupiters im Fernrohr zu seiner Oppositionszeit. Diese Transits sind immer nur in einem schmalen Streifen zu beobachten. Dieses Mal war der Streifen knapp neun Kilometer breit. Da dieser Transit auf der Sternwarte des ARG nicht zu sehen war, mussten wir nach Offenbach-Waldheim fahren und dort unsere Ausrüstung aufbauen. Das Bild zeigt Bilder der ISS vor der Sonnenscheibe, aufgenommen in einem Abstand von ca. 0,07“ die zu einem Bild zusammengeführt wurden. Das genutzte Teleskop war ein Linsenteleskop mit 115 mmÖffnung und einer Brennweite von 805 mm. Um die intensive Sonnenstrahlung zu Filtern, damit wir die Sonne ohne Schaden für unsere Kamera aufnehmen konnten, wurde ein sogenanntes Herschelprisma eingesetzt und die verbliebene Resthelligkeit mit einem sehr dunklen Graufilter reduziert. Die Kamera nahm dann ein unkomprimiertes Video mit ca. 14 Bilder pro Sekunde auf. Die Belichtungszeit für ein Einzelbild betrug eine zweitausendstel Sekunde.


















