Sternfreunde Kreis Offenbach

Sternfreunde Kreis Offenbach beim Bahnhofsfest

Am Sonntag, dem 10. Mai, fand in Heusenstamm wieder das Bahnhofsfest statt. Wir hatten wieder drei Teleskope aufgebaut. Es war zwar nicht wolkenlos, die Sonne zeigte sich aber doch häufig, sodass wir unseren Besuchern, unter ihnen der Heusenstammer Bürgermeister und der Landtagsabgeordnete, viele große Sonnenflecken und auch Protuberanzen zeigen konnten. Wir mussten viele Fragen beantworten wie z. B. „Warum sind die Sonnenflecken dunkel?“ oder „Was sind eigentlich Protuberanzen?“.

ISS vor der Sonne

Wenn wir auch die Raumkapsel Orion der Artemis II Mission nicht mit unseren Teleskopen beobachten können, weil diese viel zu klein und vor allem viel zu weit weg ist, konnten wir doch am Ostermontag einen relativ seltenen Transit der internationalen Raumstation vor der Sonne beobachten und fotografieren. Dieser Transit hatte den Vorteil, dass die ISS der Erde relativ nah war (626 km) und wir sie daher mit dem Teleskop gut fotografieren konnten. Allerdings muss man den vorausberechneten Zeitpunkt genau abpassen, da die ISS nur 0,78 Sekunden benötigte, um die Sonnenscheibe zu überqueren. Die scheinbare Größe der ISS entspricht in etwa der Größe des Jupiters im Fernrohr zu seiner Oppositionszeit. Diese Transits sind immer nur in einem schmalen Streifen zu beobachten. Dieses Mal war der Streifen knapp neun Kilometer breit. Da dieser Transit auf der Sternwarte des ARG nicht zu sehen war, mussten wir nach Offenbach-Waldheim fahren und dort unsere Ausrüstung aufbauen. Das Bild zeigt Bilder der ISS vor der Sonnenscheibe, aufgenommen in einem Abstand von ca. 0,07“ die zu einem Bild zusammengeführt wurden. Das genutzte Teleskop war ein Linsenteleskop mit 115 mmÖffnung und einer Brennweite von 805 mm. Um die intensive Sonnenstrahlung zu Filtern, damit wir die Sonne ohne Schaden für unsere Kamera aufnehmen konnten, wurde ein sogenanntes Herschelprisma eingesetzt und die verbliebene Resthelligkeit mit einem sehr dunklen Graufilter reduziert. Die Kamera nahm dann ein unkomprimiertes Video mit ca. 14 Bilder pro Sekunde auf. Die Belichtungszeit für ein Einzelbild betrug eine zweitausendstel Sekunde.

Astronomisches Schülerpraktikum

Mitte März öffneten wir unsere Sternwarte für die 5. Klassen des Adolf-Reichwein-Gymnasiums im Rahmen ihres Klassenfestes. Auf dem Programm standen ein Tag der Sonnenbeobachtung sowie zwei Beobachtungsnächte.

Am Abend des 17. März spielte das Wetter leider zunächst nicht mit. Die Schülerinnen und Schüler mussten sich in Geduld üben, bis sich die Wolken schließlich lichteten und den Blick auf Jupiter freigaben. Doch das Warten lohnte sich: Der größte Planet unseres Sonnensystems präsentierte sich eindrucksvoll, begleitet von seinen vier galileischen Monden. Einige wagten sogar den Versuch, ihn mit dem Smartphone am Coudé-Refraktor festzuhalten.

Am darauffolgenden Tag waren die Bedingungen deutlich besser. In einer klaren, wenn auch kalten Nacht konnten wir neben Jupiter auch den Großen Orionnebel, mehrere Sternhaufen wie h + χ Persei, die Plejaden sowie M35, M37, M38 zeigen. Zum Einsatz kamen dabei neben dem Coudé-Refraktor unser C8-Cassegrain-„Erbstück“, unser Großfernglas und unser 12″-Dobson-Teleskop.

Anschließend gelang uns sogar eine Aufnahme der Galaxie M81 im Großen Bären.

Für viele der interessierten Schülerinnen und Schüler war es ein faszinierendes und unvergessliches Erlebnis.

Bundesweiter Astronomietag in der Sternwarte am 28. März

Am 28. März findet der bundesweite Astronomietag statt, und die Sternfreunde laden alle Interessierten ab 20:00 Uhr zur Nachthimmelbeobachtung ein. Die Besonderheit des Abends ist eine interessante Licht-Schatten-Konstellation auf dem Mond, der sogenannte Goldene Henkel. Außerdem zeigen sich Venus als Abendstern und der Riesenplanet Jupiter prominent am Himmel. Besucherinnen und Besucher können die Himmelsobjekte in mehreren Ferngläsern und Teleskopen bestaunen. Die Sternfreunde erläutern, was es im Detail zu sehen gibt. Mit mitgebrachten Handys wird man auch ein Foto des Mondes aufnehmen können.


Wartungsarbeiten in der Sternwarte

Die klaren Nächte der letzten Zeit haben Hajo Koppert und Peter Budszus genutzt, um sich in der Sternwarte zu Wartungs- und Umbauarbeiten zu treffen. Dabei wurde einiges an unserer Technik „umkonfiguriert“.

Am Newton-Teleskop wurde ein neues kleines Leitrohr (F = 300 mm, 1:6) montiert und mit unserer Guiding-Kamera ASI 290MM Mini ausgestattet. Dadurch wurde der Anschluss an unserem kleinen Refraktor (D = 80 mm) frei, an dem nun unsere bewährte CMOS-Kamera ASI 294MC Pro eingesetzt wird.

Damit stehen uns jetzt zwei Systeme für Deep-Sky-Aufnahmen zur Verfügung:

  • eine Kamera am kleinen Refraktor mit 448 mm Brennweite
  • eine Kamera am Newton-Teleskop mit 1391 mm Brennweite

Mit dieser Kombination können wir sowohl detailreiche Aufnahmen als auch größere Himmelsobjekte vollständig erfassen – zum Beispiel den Orionnebel oder den Rosettennebel.

Als ersten Test haben wir bereits eine zehnminütige Aufnahme des Orionnebels mit dem kleinen Refraktor gemacht. Außerdem wurde mit unserer Farb-Planetencam probeweise ein Bild des Jupiters am Newton aufgenommen.

Ein paar letzte Kleinigkeiten stehen noch auf der To-do-Liste. Danach ist die Sternwarte bestens vorbereitet für das Schülerpraktikum, das nächste und übernächste Woche bei uns stattfindet.

Jetzt bleibt nur auf viele klare Nächte zu hoffen.

First Light unserer neun Astrokamera: Lowers Nebel

Unsere Astrokamera ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, weshalb wir uns für die Anschaffung einer neuen Kamera entschieden haben. Nach einiger Überlegung fiel die Wahl auf eine ZWO ASI2600 MCP-25. Um Nebel auch im H-Alpha- und OIII-Bereich aufnehmen zu können, haben wir zusätzlich einen Duoband-Filter von SVbony mit einer Durchlassbreite von 3 nm erworben.

Am 28. Dezember waren wir in der Sternwarte, um das neue Equipment erstmals zu testen. Das Bild zeigt SH 2–261 (Lowers Nebel) – ein sehr hübsches Objekt im Nordosten des Orion. Aufgrund seiner vergleichsweise geringen Helligkeit und der Nähe zu prominenteren Objekten wie dem Großen Orionnebel wird er nur selten fotografiert. Entdeckt wurde der Nebel erst 1938 von Harald Lower und seinem Sohn Charles Lower. Er ist etwa 3200 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Leider bereitete unsere Montierung einige Probleme, die wir in den nächsten Tagen beheben wollen. Daher konnten insgesamt nur 52 Minuten Belichtungszeit gesammelt werden. Entsprechend ist das Bild noch etwas verrauscht. Dennoch ist das Ergebnis für das lichtverschmutzte Rhein-Main-Gebiet durchaus beachtlich. Sollte das Wetter mitspielen, werden wir die Belichtung in den kommenden Tagen fortsetzen.

Besuch im Haus der Astronomie in Heidelberg

Am 13. Dezember besuchten die Sternfreunde die astronomischen Einrichtungen auf dem Königsstuhl in Heidelberg. Dr. Carolin Liefke zeigte uns kompetent und engagiert die Landessternwarte mit ihren sieben Kuppeln, das Max-Planck-Institut für Astronomie und das Haus der Astronomie. Besonders eindrucksvoll war der historische, aber noch betriebsbereite Bruce Doppelastrograf (40 cm Öffnung, 2 Meter Brennweite) in einer 6m-Kuppel und im Haus der Astronomie, das von der Klaus-Tschira-Stiftung finanziert wurde, untergebrachte Zeiss Planetarium.

Mitgleider der SKO vor dem Bruce Doppelastrograf (40 cm Öffnung, 2 Meter Brennweite); Bild: Hajo Koppert

Komet C/2025 A6 Lemmon

Komet C/2025 A6 „Lemmeon“ mit Canon EOS R6 und 200 mm Objektiv 15×6“ Bild: HaJo Koppert

Gleich 3 Kometen waren in diesem Herbst sichtbar. Der hellste von ihnen war der Komet C/2025 A6 Lemmon, der von Ende Oktober bis Anfang November sogar mit einem Fernglas beobachtet werden konnte. Leider spielete aber das Wetter noch mit. In einer Nacht Ende Oktober klarte es kurzzeitig auf. So konnte Hajo Koppert die Gelegenheit nutzen, von meinem Balkon den Kometen mit seiner Canon EOS R6 und 200 mm Objektiv zu fotografieren. Zitat: »Es gestaltet sich schwieriger als gedacht. Ich konnte den Polarstern nicht sehen und daher die Montierung nicht vernünftig einnorden. Da deshalb kein GoTo funktionierte, hatte ich dann eine Viertelstunde gebraucht, um den Kometen zu finden. Im Display der Kamera war der Kometenkopf kaum von Sternen zu unterscheiden. Bis dann die Wolken kamen, sind 15 Bilder a 6 Sekunden entstanden.«

Beobachtungsabend zur Mondfinsternis

Am Abend des 7. Septembers öffnete die Sternwarte ihre Pforten, um die totale Mondfinsternis zu beobachten.
Nach der Sonnenbeobachtung auf dem Buchhügelfest im Offenbacher Wetterpark hieß es: schnell umrüsten und die Geräte für die nächtliche Himmelsbeobachtung aufbauen!

Da die Sternwarte nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern aufnehmen konnte, wurden auf dem Schulsportplatz zusätzliche Teleskope aufgestellt. Den rund 100 Gästen standen mehrere Ferngläser und Teleskope zur Verfügung, darunter unser Großfernglas, zwei Celestron-C8-Schmidt-Cassegrain-Teleskope sowie der Coudé-Refraktor.

Da der Mond bereits verfinstert aufging und zunächst wenig Kontrast zur Dämmerung zeigte und am Osthorizont dichte Cirrusbewölkung die Sicht behinderte, war zunächst etwas Geduld gefragt. Gegen 20:40 Uhr konnte der Mond dann erstmals gesehen werden – gerade noch rechtzeitig vor Ende der totalen Phase. Anschließend bot sich ein spektakulärer Anblick, als mit Beginn der partiellen Phase langsam wieder Sonnenlicht auf den verfinsterten Mond traf.

Mond während der totalen Phase, Bild: David Flatauer, Soligor-8-cm-f4-Newton und Smartphone

Nacht der Perseiden im Wetterpark Offenbach/ Ankündigung: Sonnenbeobachtung und Mondfinsternis

Am 15. August veranstalteten auch in diesem Jahr der Wetterpark Offenbach und die Sternfreunde Kreis Offenbach wieder gemeinsam die „Nacht der Perseiden.“ Neben einem Vortrag über Meteore, Sterne und das Weltall, konnte ein Blick durch unsere Teleskope geworfen werden, in denen zahlreiche Objekte gezeigt werden konnten. Zum Einsatz kamen unsere mobile Sternwarte, ein 12-Zoll-Dobson-Teleskop und unser Großfernglas.

Das Wetter spielte ebenfalls mit: Doch anders als im letzten Jahr trübte Saharastaub den Himmel, sodass die wird die Sternhaufen und Nebel leider nicht in voller Pracht präsentieren konnten. Dennoch konnten den über 100 Besuchern unter anderem der Doppelstern Albireo, einem orangen Riesenstern, mit seinem blauen Begleiter, Sternhaufen wie h und chi Persei, der Wildentenhaufen (M11) und galaktische Nebel wie der Hantelnebel, Omeganebel und der Ringnebel in der Leier gezeigt werden.

Die nächste Veranstaltung findet zum Buchhügelfest am 07. September im Wetterpark statt. Dort können die Besucher ab 11:00 Uhr mit unseren Sonnenteleskopen die Sonne beobachten.

Am Abend des 07. Septembers findet dann in der Sternwarte ab 20:00 Uhr ein Beobachtungsabend zur totalen Mondfinsternis statt, an dem wir wieder auf zahlreiche Besucher hoffen. Der unbeleuchtete Mond wird bis 20:30 Uhr nur sehr schwer zu beobachten sein, da er zu nah am Horizont steht und von Gebäuden und Bäumen verdeckt wird. Zudem ist es noch zu hell. Ab 20:50 Uhr beginnt die partielle Phase und auf den verfinsterten Mond trifft langsam wieder Sonnenlicht. Um 21:52 Uhr wird er wieder zum strahlenden Vollmond – ein beeindruckendes Schauspiel, das Sie nicht verpassen sollten! Das Wetter sieht nach derzeitigem Stand gut aus.

Da die Sternwarte nur eine beschränkte Anzahl von Besuchern erlaubt, werden wir auch im Bereich des Sportplatzes vor der Turnhalle Teleskope und Ferngläser aufbauen.

Der Eintritt ist frei. Spenden für den Erhalt der Sternwarte und für die Geräte des Vereins werden erbeten.