Sternfreunde Kreis Offenbach

First Light unserer neun Astrokamera: Lowers Nebel

Unsere Astrokamera ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, weshalb wir uns für die Anschaffung einer neuen Kamera entschieden haben. Nach einiger Überlegung fiel die Wahl auf eine ZWO ASI2600 MCP-25. Um Nebel auch im H-Alpha- und OIII-Bereich aufnehmen zu können, haben wir zusätzlich einen Duoband-Filter von SVbony mit einer Durchlassbreite von 3 nm erworben.

Am 28. Dezember waren wir in der Sternwarte, um das neue Equipment erstmals zu testen. Das Bild zeigt SH 2–261 (Lowers Nebel) – ein sehr hübsches Objekt im Nordosten des Orion. Aufgrund seiner vergleichsweise geringen Helligkeit und der Nähe zu prominenteren Objekten wie dem Großen Orionnebel wird er nur selten fotografiert. Entdeckt wurde der Nebel erst 1938 von Harald Lower und seinem Sohn Charles Lower. Er ist etwa 3200 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Leider bereitete unsere Montierung einige Probleme, die wir in den nächsten Tagen beheben wollen. Daher konnten insgesamt nur 52 Minuten Belichtungszeit gesammelt werden. Entsprechend ist das Bild noch etwas verrauscht. Dennoch ist das Ergebnis für das lichtverschmutzte Rhein-Main-Gebiet durchaus beachtlich. Sollte das Wetter mitspielen, werden wir die Belichtung in den kommenden Tagen fortsetzen.

Besuch im Haus der Astronomie in Heidelberg

Am 13. Dezember besuchten die Sternfreunde die astronomischen Einrichtungen auf dem Königsstuhl in Heidelberg. Dr. Carolin Liefke zeigte uns kompetent und engagiert die Landessternwarte mit ihren sieben Kuppeln, das Max-Planck-Institut für Astronomie und das Haus der Astronomie. Besonders eindrucksvoll war der historische, aber noch betriebsbereite Bruce Doppelastrograf (40 cm Öffnung, 2 Meter Brennweite) in einer 6m-Kuppel und im Haus der Astronomie, das von der Klaus-Tschira-Stiftung finanziert wurde, untergebrachte Zeiss Planetarium.

Mitgleider der SKO vor dem Bruce Doppelastrograf (40 cm Öffnung, 2 Meter Brennweite); Bild: Hajo Koppert

Komet C/2025 A6 Lemmon

Komet C/2025 A6 „Lemmeon“ mit Canon EOS R6 und 200 mm Objektiv 15×6“ Bild: HaJo Koppert

Gleich 3 Kometen waren in diesem Herbst sichtbar. Der hellste von ihnen war der Komet C/2025 A6 Lemmon, der von Ende Oktober bis Anfang November sogar mit einem Fernglas beobachtet werden konnte. Leider spielete aber das Wetter noch mit. In einer Nacht Ende Oktober klarte es kurzzeitig auf. So konnte Hajo Koppert die Gelegenheit nutzen, von meinem Balkon den Kometen mit seiner Canon EOS R6 und 200 mm Objektiv zu fotografieren. Zitat: »Es gestaltet sich schwieriger als gedacht. Ich konnte den Polarstern nicht sehen und daher die Montierung nicht vernünftig einnorden. Da deshalb kein GoTo funktionierte, hatte ich dann eine Viertelstunde gebraucht, um den Kometen zu finden. Im Display der Kamera war der Kometenkopf kaum von Sternen zu unterscheiden. Bis dann die Wolken kamen, sind 15 Bilder a 6 Sekunden entstanden.«

Beobachtungsabend zur Mondfinsternis

Am Abend des 7. Septembers öffnete die Sternwarte ihre Pforten, um die totale Mondfinsternis zu beobachten.
Nach der Sonnenbeobachtung auf dem Buchhügelfest im Offenbacher Wetterpark hieß es: schnell umrüsten und die Geräte für die nächtliche Himmelsbeobachtung aufbauen!

Da die Sternwarte nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern aufnehmen konnte, wurden auf dem Schulsportplatz zusätzliche Teleskope aufgestellt. Den rund 100 Gästen standen mehrere Ferngläser und Teleskope zur Verfügung, darunter unser Großfernglas, zwei Celestron-C8-Schmidt-Cassegrain-Teleskope sowie der Coudé-Refraktor.

Da der Mond bereits verfinstert aufging und zunächst wenig Kontrast zur Dämmerung zeigte und am Osthorizont dichte Cirrusbewölkung die Sicht behinderte, war zunächst etwas Geduld gefragt. Gegen 20:40 Uhr konnte der Mond dann erstmals gesehen werden – gerade noch rechtzeitig vor Ende der totalen Phase. Anschließend bot sich ein spektakulärer Anblick, als mit Beginn der partiellen Phase langsam wieder Sonnenlicht auf den verfinsterten Mond traf.

Mond während der totalen Phase, Bild: David Flatauer, Soligor-8-cm-f4-Newton und Smartphone

Nacht der Perseiden im Wetterpark Offenbach/ Ankündigung: Sonnenbeobachtung und Mondfinsternis

Am 15. August veranstalteten auch in diesem Jahr der Wetterpark Offenbach und die Sternfreunde Kreis Offenbach wieder gemeinsam die „Nacht der Perseiden.“ Neben einem Vortrag über Meteore, Sterne und das Weltall, konnte ein Blick durch unsere Teleskope geworfen werden, in denen zahlreiche Objekte gezeigt werden konnten. Zum Einsatz kamen unsere mobile Sternwarte, ein 12-Zoll-Dobson-Teleskop und unser Großfernglas.

Das Wetter spielte ebenfalls mit: Doch anders als im letzten Jahr trübte Saharastaub den Himmel, sodass die wird die Sternhaufen und Nebel leider nicht in voller Pracht präsentieren konnten. Dennoch konnten den über 100 Besuchern unter anderem der Doppelstern Albireo, einem orangen Riesenstern, mit seinem blauen Begleiter, Sternhaufen wie h und chi Persei, der Wildentenhaufen (M11) und galaktische Nebel wie der Hantelnebel, Omeganebel und der Ringnebel in der Leier gezeigt werden.

Die nächste Veranstaltung findet zum Buchhügelfest am 07. September im Wetterpark statt. Dort können die Besucher ab 11:00 Uhr mit unseren Sonnenteleskopen die Sonne beobachten.

Am Abend des 07. Septembers findet dann in der Sternwarte ab 20:00 Uhr ein Beobachtungsabend zur totalen Mondfinsternis statt, an dem wir wieder auf zahlreiche Besucher hoffen. Der unbeleuchtete Mond wird bis 20:30 Uhr nur sehr schwer zu beobachten sein, da er zu nah am Horizont steht und von Gebäuden und Bäumen verdeckt wird. Zudem ist es noch zu hell. Ab 20:50 Uhr beginnt die partielle Phase und auf den verfinsterten Mond trifft langsam wieder Sonnenlicht. Um 21:52 Uhr wird er wieder zum strahlenden Vollmond – ein beeindruckendes Schauspiel, das Sie nicht verpassen sollten! Das Wetter sieht nach derzeitigem Stand gut aus.

Da die Sternwarte nur eine beschränkte Anzahl von Besuchern erlaubt, werden wir auch im Bereich des Sportplatzes vor der Turnhalle Teleskope und Ferngläser aufbauen.

Der Eintritt ist frei. Spenden für den Erhalt der Sternwarte und für die Geräte des Vereins werden erbeten.

Protuberanz auf der Sonne

Hajo Koppert hat im Mai mit unserem H-Alpha-Sonnenteleskop (+ 2,25x Barlow) und der Skywatcher 150i Montierung die Sonne aufgenommen:

„Es war nicht das beste Seeing, aber man kann es sich nicht immer aussuchen. Über zwei Stunden konnte ich eine Protuberanz aufnehmen.“

Schwarzweiß-Kamera von Player One (Neptune mit IMX178 Chip), 160 Einzelvideos à 250 Frames mit 30 Sekunden Pause zwischen den einzelnen Videosequenzen. 

Das Video wurden mit AutoStakkert4 gestackt, mit IMPPG geschärft und passend zueinander ausgerichtet und schließlich in Photoshop künstlich eingefärbt. 

Der Ausschnitt der Sonnenscheibe ist ein Einzelbild, das über die Protuberanz/Chromosphäre gelegt wurde. Daher bewegt sich hier nichts.

Das „Leo-Triplet“

Hajo Koppert hat in den klaren Nächten Ende April mit seinem 10″-RC-Teleskop aus meinem Garten in Heusenstamm eine beeindruckende Aufnahme des hübschen Galaxientrios im Sternbild Löwe gemacht. Die Gesamtbelichtungszeit betrug knapp sieben Stunden. Trotz des Verzichts auf einen Lichtverschmutzungsfilter überzeugt das Bild durch eine erstaunliche Detailtiefe, wie man sie früher nur von großen Observatorien kannte.

Zu sehen ist das sogenannte Leo-Triplet, bestehend aus den Galaxien NGC 3628 (links), auch als Hamburger-Galaxie bekannt, M 65 (rechts oben) sowie M 66 (rechts unten). Diese Galaxiengruppe liegt im Sternbild Löwe (lat. Leo) und ist etwa 30 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Alle drei sind große Spiralgalaxien, die jedoch unterschiedlich erscheinen, da wir sie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Die Spiralstruktur ist bei M 65 und M 66 deutlich zu erkennen, während wir bei NGC 3628 auf die Kante der Galaxie blicken. Besonders auffällig ist dort das dunkle Band aus Staub und kaltem Gas, das sich quer durch die Galaxie zieht. Die roten „Knoten“ in M 66 zeigen aktive Bereiche. Dies sind Wolken aus ionisiertem Wasserstoff, in denen neue Sterne entstehen.

Sternfreunde beim Bahnhofsfest in Heusenstamm

Auch in diesem Jahr waren wir von den „Sternfreunden Kreis Offenbach” wieder beim Bahnhofsfest in Heusenstamm dabei – und das bei strahlendem Sonnenschein. Mit mehreren Teleskopen luden wir die zahlreichen Besucherinnen und Besucher dazu ein, unser Zentralgestirn, die Sonne, aus nächster Nähe zu betrachten. Leider waren nur kleine Sonnenflecken zu sehen. Dafür konnten wir aber sehr viele Protuberanzen und einen besonders hellen Flare beobachten. Doch nicht nur die Sonne stand im Fokus: Wir beantworteten auch Fragen zu den Sternen, den Planeten, fernen Galaxien und den Wundern des Universums.

Partielle Sonnenfinsternis, Planeten und Orionnebel: Astronomietag war trotz anfänglicher Wolken ein voller Erfolg

Am 29.03. beteiligten wir uns am bundesweiten Astronomietag. Zu Mittag stand die Beobachtung einer partiellen Sonnenfinsternis auf dem Programm. Leider war das Wetter erneut nicht auf unserer Seite. Ausgerechnet zur Finsternis verdeckten dichte Wolken die Sonne. Nur vereinzelt konnte man durch Wolkenlücken einen Blick auf die teilweise verfinsterte Sonne erhaschen. Am Nachmittag lockerte die Bewölkung jedoch auf, sodass einige Besucher zurückkehrten, um die Sonne mit unserem Sonnenteleskop zu beobachten.

Handybild der Sonnenfinsternis. Bild: Marius Wolf
Besucher beobachten die Sonnenfinsternis durch eine Wolkenlücke. Bild: Hajo Koppert
Die Sonne durch unser Sonnenteleskop: Smartphonebild von Marius Wolf

Auch am Abend öffnete die Sternwarte bei klarem Himmel und besten Bedingungen ihre Pforten. Der Andrang war mit über 100 Besuchern aller Altersklassen überwältigend. Neben unserem Coudé-Refraktor in der Sternwarte kamen auch unser Binokular, unsere mobile Sternwarte mit dem C8-Schmidt-Cassegrain-Teleskop und unser großer 12″-Dobson zum Einsatz. Es konnten Mars, Jupiter, die Plejaden und der Orionnebel beobachtet werden. Auf dem Jupiter war sogar der Große Rote Fleck sichtbar. Alles in allem war der Astronomietag ein voller Erfolg.

Mond bedeckt Plejaden

Am Dienstag, dem 01.04., bedeckte die zunehmende Mondsichel die Plejaden. Hajo Koppert und Peter Budszus beobachteten dieses Ereignis mit unserem Großfernglas in der Sternwarte und hielten es mit unserem ED-Refraktor in einem Video fest: „Der Anblick von Mond und Plejaden gemeinsam in unserem Fernglas war ein Genuss.“