Sternfreunde Kreis Offenbach

NGC 6890 „Der Hexenbesen“

In den warmen und klaren Sommernächten der vergangenen Woche ist dieses Bild gelungen. Es zeigt NGC 6890 auch „Der Hexenbesen“ oder „Sturmvogel“ genannt. Es gehört, wie auch die „Hexenhand“ (NGC 6992/6995) zum Cirrusnebel im Sternbild Schwan. Der Cirrusnebel ist der Überrest einer gewaltigen Supernova, die vor etwa 8000 Jahren in 2400 Lichtjahren Entfernung stattfand. Durch die Sternexplosion wurden Teile der Gashülle des Sterns ins All geschleudert und treiben nun als Filamente aus ionisiertem Gas durchs All. Der helle Stern ist 52-Cygni und befindet sich im Vordergrund. Auch für dieses Foto wurde wieder ein Linienfilter verwendet, der speziell auf die Spektrallinien dieser ionisierten Gase reagiert und einen Großteil des Stadtlichtes blockiert. Es handelt sich dabei um ein Falschfarbenbild. Blau zeigt den ionisierten Sauerstoff und rot ionisierten Wasserstoff.

Bild: Christian Herold, Dietzenbach

Die Feuerradgalaxie

Messier 101 ist eine Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär. Sie lässt sich bereits mit kleineren Teleskopen am besten im Frühjahr beobachten, ist aber wegen ihrer geringen Flächenhelligkeit aus der Stadt schwer zu finden. Ihre Entfernung beträgt etwa 21 Mio. Lichtjahre. Mit 170.000 Lichtjahren Durchmesser ist sie nur etwa halb so groß, wie unsere Milchstraße. Man schätzt, dass sie 1 Trillion (1012) Sterne enthält. Sie wird wegen ihrer roten Konten auch Feuerradgalaxie genannt. Es handelt sich dabei um rot leuchtende Wolken aus ionisiertem Wasserstoff (H-II-Regionen), in denen Sterne entstehen. Die helleren blauen Knoten sind Sternwolken bestehend aus sehr jungen und heißen Sternen. Dazwischen erkennt man zahlreiche dunkle Staubwolken in den Spiralarmen.

Dieses Bild konnte Christian Herold im März von seinem Balkon in Dietzenbach mit insgesamt 12,3 Stunden Belichtungszeit aufnehmen.

Messier 101, die Feuerradgalaxie (BLZ: 148×300 s = 12,3 h; Teleskop: Skywatcher Quattro N10/f4,Kamera: ASI 294mc pro color, IDAS-D2-Filter)

Vortrag „Ein Streifzug durch die Astronomie“ mit Beobachtungsabend am 4. Juni

Am 4. Juni luden die Sternfreunde zu einem Votrag mit dem Thema „Ein Streifzug durch die Astronomie“ (Vortragender Frank Ahnert) mit anschließender Beobachtung in der Sternwarte ein. An diesem Abend stand der Mond günstig. So wurde er auch aufs Korn genommen. Peter Kniedel (im Bild mit unseren Fernrohren) ist dabei mit seinem Handy ein sehr schönes Bild gelungen. Das Handy wurde über einen Teleskopadapter für Smartphones genau an das Teleskop angepasst und so konnte der Mond schön mittig und scharf abgelichtet werden.

Bild: Peter Kniedel
Bild: Peter Kniedel

Eine halbe Million Sterne – Der Kugelsternhaufen Messier 3

Kugelsternhaufen Messier 3, Bild: Hajo Koppert

Kugelsternhaufen gehören zu den rätselhaftesten und faszinierendsten Gebilde in unserem Universum. Dieses beeindruckende Exemplar im Sternbild Jagdhunde konnte Hajo Koppert aus seinem Garten in Heusenstamm fotografieren. Messier 3 besteht aus etwa einer halben Million Sterne und umkreist in 39.000 Lichtjahren Entfernung in einem galaktischen Halo unserer Milchstraße. Kugelsternhaufen sind die dichtesten gravitativ gebundenen Sternensysteme im Universum. Mehrere Hundert dieser Gebilde umkreisen unsere Milchstraße. Größere Galaxien wie beispielsweise M 87 haben zehntausende. Sie entstanden im frühen Universum durch die Verschmelzung von Zwerggalaxien. Die ältesten von ihnen sind somit fast so alt wie das Universum selbst.

Entsprechend alt sind auch ihre Sterne. Die meisten sind langlebige rote Zwerge. Die hellen roten Sterne auf dem Bild gehören jedoch zu den sogenannten „Roten Riesen“, die ihren Wasserstoffvorrat schon fast verbraucht haben. Blaue Sterne sind vorwiegend sehr massereiche, junge und heiße Sterne. Eigentlich sollte es solche Sterne in Kugelsternhaufen wegen ihres Alters nicht mehr geben. Dennoch sieht man auf dem Bild zahlreiche bläuliche Sterne. Diese sind sogenannte „Blaue Nachzügler“. Sie sind durch die Kollision und Verschmelzung von Sternen in späteren Lebensabschnitten des Kugelsternhaufens entstanden. Sie befinden sich vorwiegend im Zentrum des Haufens. Dort kommt es aufgrund der Sterndichte häufiger zu Sternkollisionen. Denn der mittlere Abstand der Sterne beträgt dort nur etwa 0,1 Lichtjahr. Zum Vergleich: Unser nächster Nachbarstern Proxima Centauri ist 4,2 Lichtjahre entfernt. Befände sich als unser Sonnensystem im Zentrum eines Kugelsternhaufens, so wäre der Nachthimmel gleißend hell.

Mondfinsternis über Heusenstamm

In den Frühstunden des 16.05.2022 fand eine totale Mondfinsternis statt. Das Beobachtungsfenster war nur sehr eng, denn der Mond ging kurz nach Beginn der totalen Phase bereits unter. Leider trübten dichte Wolken die totale Phase. Hajo Koppert ist dennoch vorher dieses beeindruckende Bild mit der Silhouette von Heusenstamm gelungen.

Das Bild ist ein Komposit aus einer Aufnahme mit einem 100 mm Zoom an meiner Lumix G9 und einem Bild mit
meinem TMB 115 mit 685 mm Brennweite (0,85x Fokalreducer, Canon EOS R6). Die Größenverhältnisse stimmen also nicht. Der Aufnahmezeitpunkt ist dagegen fast gleich. Beide Bilder sind HDR (Lumix 7 Bilder und Canon 5 Bilder, mit
unterschiedlichen Abstufungen der Belichtungsreihen).

Mondfinsternis über Heusenstamm.
Mondfinsternis über Heusenstamm. Bild: Hajo Koppert

NGC 457 der Eulenhaufen

Bei einem gelungenen Testlauf unseres neuen 12″-Newton-Teleskops konnten wir im Herbst vergangenen Jahres ein Bild von NGC 457 machen. Dieser offene Sternhaufen befindet sich im Sternbild Kassiopeia und wird wegen seiner Form auch Eulen- oder ET-Haufen genannt. Die beiden hellen Sterne Phi Cassiopeiae und HD 7902 bilden die „Augen“ des Haufens. Es handelt sich dabei allerdings wahrscheinlich um Vordergrundsterne, die nicht zum Haufen gehören. Der Sternhaufen ist mit einem Alter von ~20 Mio. Jahren noch sehr jung. Er befindet sich in etwa 9.000 Lichtjahren Entfernung im Perseusarm unserer Milchstraße.

Leider hat das schlechte Wetter der vergangenen Monate bisher keine weiteren Bilder mit unserer neuen Ausrüstung zugelassen. Wir hoffen daher auf bessere Bedingungen in den nächsten Wochen, sodass wir weitere Bilder präsentieren können.

Bild: Hajo Koppert, Thomas Gentil, Frank Ahnert und Christian Herold

NGC (7380) – Der Zauberernebel

Dieses Bild des Zauberrernebels (NGC 7380) ist Hajo Koppert in seinem Vorgarten in Heusenstamm gelungen. Der Zauberernebel im Sternbild Cepheus ist ein Emissionsnebel, d.h. er enthält viel Wasserstoffgas. Aus diesem Wasserstoff entstehen immer noch neue Sterne. So ist auch ein Sternhaufen in dem „Nebel“ eingelagert. Diese Sterne regen das Gas zum Leuchten an. Wir sehen hier ein Falschfarbenbild. Mit speziellen Filtern wird nur das von den im Nebel enthaltenen, ionisierten Elementen ausgesandte Licht (Emissions-Linien!) aufgenommen. Die Elemente sind Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel. Dieses Licht wird den Farben Rot, Grün und Blau zugewiesen. Der ionisierte Wasserstoff erscheint in dem Bild gelb-bräunlich, der Sauerstoff türkis.

Bilddaten: TS RC, f=1600mm, 1:6.4; QHY600L, -15°C; 3h Luminanz, je 3h Ha&OIII, 1.5h SII

Bild: Hajo Koppert

SKO-Astro-Kalender 2022

Es gibt noch Exemplare des SKO-Astronomiekalenders für 2022 im A3-Format mit zahlreichen Astronomiemotiven von unseren Vereinsmitgliedern ist da. Der Kalender wird in sehr guter Qualität gedruckt (UltraHD MaxGloss).

Preis: 22 €, davon gehen 10 € als Spende an die Sternfreunde Kreis Offenbach (Spendenquittung inklusive).

Bestellungen unter info[at]sternfreundekreisoffenbach.de

„Adventskomet“ Leonard trifft Kugelsternhaufen

Der Kugelsternhaufen Messier 3 und Komet C/2021 A1 Leonard

Derzeit kann man wieder einen etwas hellerer Kometen beobachten. C/2021 A3 Leonard lässt sich bei wolkenfreiem Himmel in den Morgenstunden noch bis zum 12.12. über dem Südosthorizont finden. Seine Helligkeit soll in den nächsten Tagen noch zunehmen. Falls die Prognosen stimmen, sollte er Ende nächster Woche knapp die 4. Größenklasse erreichen. Er wäre somit ein gutes Objekt für den Feldstecher. Zwar wird der Komet nicht so beeindruckend, wie der Komet Neowise im Sommer 2020, dennoch könnte man ihn an sehr dunklen Orten eventuell sogar schwach mit bloßem Auge sehen.

Am Freitagmorgen passierte der Komet den Kugelsternhaufen Messier 3 (M3) im Sternbild Haar der Berenike. Während der Komet in unserem Sonnensystem mit einer Umlaufzeit von 80.000 Jahren seine Kreise zieht, ist M3 34.000 Lichtjahre entfernt und enthält eine halbe Million Sterne.

Die Wolken gaben rechtzeitig den Blick frei, um das Ereignis zu fotografieren. Das Bild entstand in Dietzenbach und setzt sich aus 10 aufsummierten Einzelbildern mit jeweils 20 Sekunden Belichtungszeit zusammen.

Der Kokon-Nebel

Diese beeindruckende Aufnahme des Kokon-Nebels (IC 5146) ist Hajo Koppert mit seiner neuen Astrokamera QHY 600L unter dem dunklen Himmel in seinem Kroatien Urlaub gelungen. Die 5 Stunden Belichtungszeit brachten allerhand Details zum Vorschein. Der Kokon-Nebel ist ein 3000 Lichtjahre entferntes Sternentstehungsgebiet, das hauptsächlich aus ionisiertem Wasserstoff besteht. In der Umgebung lassen sich dunkle Staubwolken erkennen, die das Sternenlicht reflektieren. Sie gehören zur Dunkelwolke Bernard 168, einer großen Molekülwolke im Sternbild Schwan, an deren östlichen Rand sich der Kokon-Nebel befindet. Der Nebel enthält den jungen Sternhaufen Collinder 470, der sich erst vor wenigen 100.000 Jahren aus den Gasen und dem Staub des Nebels gebildet hat. Die jungen Sterne ionisieren den Wasserstoff und regen ihn zum Leuchten an, wodurch dieser Teil der Dunkelwolke erst sichtbar wird.

Bild: Hajo Koppert