Am 14. Januar gab es erneut eine Plantenbegegnung mit dem Mond. Diesmal war es der Mars, der sehr nahe am Mond vorbei zog. Zu diesem Anlass begab sich Hajo Koppert in der bisher kältesten Nacht dieses Winters bei –8 °C gegen 04:00 Uhr morgens in die Sternwarte, um den nahen „Vorbeiflug“ des Mondes am Mars mit unserem großen Newton bei 1361 mm Brennweite zu dokumentieren. Die Bedingungen waren erstaunlich gut. Es wurde mit meiner Touptek 585C Kamera aufgenommen. Das Stacking der Bilder erfolgte getrennt für Mars und Mond mit der Software AutoStakkert4. Geschärft wurde das Bild mit IMPPG und der letzte Schliff erfolgte in Photoshop.
Am Abend des 4. Januar ereignete sich ein besonderes Himmelsphänomen: Der Mond bedeckte den Saturn. In der Astronomie wird dieses Ereignis als Okkultation bezeichnet. Es bot die perfekte Gelegenheit, unsere neue „Mobile Sternwarte“ – ein Celestron-C8-Teleskop mit 2000 mm Brennweite auf einer modernen Skywatcher Wave-i150-Montierung – zu testen. Dieses mobile Teleskop soll zukünftig bei Veranstaltungen in Schulen und öffentlichen Beobachtungen zum Einsatz kommen, um astronomische Vorführungen außerhalb der Sternwarte zu ermöglichen.
Wie so oft bei solchen Ereignissen waren auch dieses Mal die Wetterbedingungen alles andere als ideal. Bereits den ganzen Tag über war der Himmel von Wolken bedeckt, sodass unsere Hoffnung, überhaupt etwas zu sehen, äußerst gering war. Doch am späten Nachmittag öffneten sich überraschend einige Wolkenlücken, weshalb wir uns entschieden, eine Beobachtung zu wagen.
Leider hatte das Wetter ausgerechnet beim Höhepunkt der Okkultation kein Einsehen: Eine dicke Wolke verdeckte die Sicht genau in dem Moment, als der Saturn hinter der dunklen Seite des Mondes verschwand. Auch eine Stunde später beim Austritt war uns das Glück nur bedingt hold. Saturn hatte sich bereits vom Mond entfernt, als durch die dichte Cirrusbewölkung ein einziges Foto möglich war.
Mond und Saturn: Der Ring des Saturns steht derzeit fast auf der Kante, sodass er nur schmal zu sehen ist: Celestron C8, erstellt aus einer Videoaufnahme mit ca. 180 Bildern von 1800 Aufnahmen.
Komet C2023 A3 Tsuchinsan- ATLAS aufgenommen mit unseren 30 cm-Newton Teleskop. BLZ: 27*20″ , CLS-CCD-Filter
Mit einem Kurzvortrag und einem Beobachtungsabend beteiligten wir uns am 19. Oktober am Tag der Astronomie. Nachdem Hajo Koppert die Technik und Möglichkeiten der Sternwarte vorstellte, sollte der Höhepunkt des anschließenden Beobachtungsabends der Komet Tsuchinsan-ATLAS sein. Leider spielte auch diesmal das Wetter nicht mit. Sah es anfangs noch nach Auflockerung aus, verdeckten bald dichte Wolken den Blick auf die Sterne. Dennoch wurde das Angebot, unsere Technik und die Sternwarte zu besichtigen, unsere Bilder zu bestaunen, über Sterne, Galaxien und das Universum zu fachsimpeln, gut angenommen. Für die Beobachtungen mussten wir unsere Gäste allerdings auf den folgenden Freitag vertrösten, zum Vortrag von Frank Ahnert aus seiner Reihe „Quanten und Kosmos“ über die geheimnisvollen Higgs-Bosonen, das Standardmodell der Elementarteilchen und was „unsere Welt im Innersten zusammenhält“. Während des Vortrags konnten unsere kleinen Besucher in der Sternwarte schon mal die Sterne beobachten. Ein weiterer Versuch, den Kometen zu finden, stand auf dem Programm. Doch wieder trübten Wolken den Westhorizont, sodass der Komet nicht zu sehen war. Als Ersatz wurde zunächst ein Blick auf den Ringplanet Saturn mit seinem Mond Titan, den Doppelstern Albireo, den Kugelsternhaufen M13 und den Doppelsternhaufen h + chi Persei geworfen. Ein letzter Versuch, den Kometen doch noch zu finden, wurde mit der Software unseres großen Teleskops unternommen, in der Hoffnung, dass unser Coudé-Refraktor die Cirrusbewölkung im Westen, die inzwischen größere Lücken zeigte, durchdringen könnte. So gelang uns doch noch eine „Last-Minute-Beobachtung“ des inzwischen deutlich schwächer gewordenen Kometen Tsuchinsan-ATLAS. Trotz nicht idealer Bedingungen gelang dieses Foto mit unserem 12″-Newton-Teleskop, bevor die Wolken den Kometen wieder verschluckten.
Eine Fortsetzung der Reihe „Qunaten und Kosmos“ findet am 22. November um 19:00 Uhr statt.
Den nächsten Vortrag mit anschließender Beobachtung für Kinder mit dem Thema „Sterne und Planeten für Kinder“gibt es am 13. Dezember um 19:00 Uhr.
Am 19. Oktober findet der bundesweite Astronomietag 2024 statt. Viele Vereine und Institutionen öffnen ihre Sternwarten und zeigen die Wunder des Himmels. Es gibt den Mond und auch den Ringplaneten Saturn zu bestaunen. Wenn uns das Glück holt ist, können wir sogar einen hellen Kometen beobachten. Sollten Wolken den Himmel bedecken, bieten wir eine Führung durch die Sternwarte des Adolf-Reichwein-Gymnasiums und einen Vortrag über die Technik und die damit verbundenen Beobachtungsmöglichkeiten an. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr.
Saturn aufgenommen Ende August von Hajo Koppert in Häusenstamm.
Am 1. September beteiligten sich die Sternfreunde Kreis Offenbach mit einem Stand am „Familienfest auf dem Buchhügel“ in Offenbach. Zur Sonnenbeobachtung kamen sowohl unser Großfernglas mit Sonnenfiltern als auch unser Sonnenteleskop zum Einsatz. Der Zuspruch war angesichts der schweißtreibenden Temperaturen recht groß. Unter erstaunlich guten Beobachtungsbedingungen zeigte die Sonne zahlreiche Sonnenflecken sowie beeindruckende Protuberanzen, die viele Besucher in ihren Bann zogen.
Sonne im Weißlicht und H-Alpha mit dem Handy fotografiert: Bild: Hajo Koppert, Frank Ahnert und Wilfried Maas.
Dieses Bild zeigt eine etwas seltener fotografierte Region im Sternbild Schwan. Die roten Nebel aus ionisiertem Wasserstoffe (H-II-Region) sind im Vergleich zu den sonst sehr bekannten Objekten wie dem Nordamerikanebel oder dem Cirrusnebel doch vergleichsweise schwach. Lange Belichtungszeiten und der Einsatz von Schmalbandfiltern machen es dennoch möglich, diese filigranen Nebel einzufangen, die diese sehr sternreiche Region unserer Milchstraße durchzieht.
Es handelt sich um eine Sternentstehungsregion, in der viele junge, heiße Sterne (blaue Riesen) entstanden sind. Diese heißen Sterne verbrauchen ihren Brennstoffvorrat relativ schnell und dehnen sich am Ende ihres Lebens, wenn der ihr Wasserstoffvorrat zur Neige geht, aus. Bei sehr massereichen Sternen kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass die äußere Hülle durch einen intensiven Sternwind abgestoßen wird, sodass ein extrem heißer Kern zurückbleibt. Diese Art von Sternen wurde von den französischen Astronomen Charles Wolf und Georges Rayet entdeckt. Die abgestoßene Hülle breitet sich dann rasch als meist schleierartiger Nebel im All aus.
Etwas unten rechts der Mitte des Bildes lässt sich ein solcher Wolf-Rayet-Nebel als bläuliches Filament erkennen, das sich um den Stern WR134 gebildet hat. Der Nebel ist etwa 6.000 Lichtjahre entfernt, hat einen Durchmesser von etwa 20 Lichtjahren und wurde erst 1971 entdeckt. Irgendwann wird dieser Stern in einer hellen Supernova explodieren.
HII-Region im Schwan am westlichen Rand der Cygnus-Sternwolke, mit WR134: Skywatscher Quattro N10, Starizone Nexus 0,75-Reducer, f/3, Zwo ASI 294 MC, 214x4min (~14 h) Optilong-L-Enhanced-Dualbandfiler für die Nebel und 70x1min Baader-UV/IR-Cut für die Sterne
Am 10. August veranstalteten der Wetterpark Offenbach und die Sternfreunde Kreis Offenbach gemeinsam die Nacht der Perseiden. Neben Führungen durch den Wetterpark, der Beobachtung der Perseiden und Vorträgen über Meteore, Sterne und das Universum, konnten die Besucher einen Blick ins All durch ein 12-Zoll-Dobson-Teleskop und unser Großfernglas werfen.
Das Wetter spielte ebenfalls mit: Der Himmel war ungewöhnlich klar. So konnten den über 100 Besuchern der Mond, Saturn, der Doppelstern Albireo sowie Sternhaufen wie h und chi Persei, der Wildentenhaufen (M11) und galaktische Nebel wie der Hantelnebel und der Ringnebel in der Leier gezeigt werden. Selbst horizontnahe Objekte, die in unseren Breiten selten sichtbar sind, waren zu sehen. Dazu zählte ein Nebel mit Sternhaufen tief im Süden, den wir später als NGC 6357, den Hummernebel, identifizierten.
Der eigentliche Höhepunkt der Perseiden fand in der Nacht zum 12. August statt. Dieses Jahr wurde die Beobachtung zu einem außergewöhnlichen Ereignis, denn neben den Sternschnuppen konnten auch Polarlichter beobachtet werden. Diese waren zumindest fotografisch festzuhalten, wie das Bild von Hajo Koppert vom dunklen Nachthimmel im Odenwald zeigt.
Meteor mit Polarlicht, rechts der Mitte unten die Konstellation Pleyaden, Hyaden und Jupiter/Mars. Bild Hjo Koppert Bullau/Odenwald.Zahlreiche Besucher hielten nach den Perseiden Ausschau.Der Hummernebel (NGC 6357) und der Sternhaufen M7. Bild: Hajo Koppert, El Hierro
Der Sommer hatte für uns Hobbyastronomen bisher leider wenig zu bieten. In den sehr kurzen Nächten war es nur selten über längere Zeit klar. Für spektakuläre Gasnebel oder Galaxien waren die Zeitfenster zu kurz. Sternhaufen hingegen benötigen weniger Belichtungszeit. So konnte Christian Herold diesen hellen Sternhaufen unter dem dunklen Landhimmel in Klingenthal im Oberen Vogtland mit nur etwas über einer Stunde Belichtungszeit aufnehmen.
Der Sternhaufen ist 7.640 Lichtjahre entfernt und gehört mit fast 3.000 Sternen zu den steinreichsten und kompaktesten offenen Sternhaufen am Nordhimmel. Er ist bereits so hell, dass er in einem Fernglas leicht erkannt werden kann. Er liegt in der Sommermilchstraße im Sternbild Schild, am nördlichen Rand einer Sternwolke. Seinen ungewöhnlichen Namen erhielt er von seinem Entdecker, dem königlichen Astronomen Gottfried Kirch, der 1681 den Sternhaufen mit einem Schwarm fliegender Wildenten verglich.
Messier 11 Wildentenhaufen, Skywatcher Quattro N10/1000 f/3, Starizona Nexus, Baader UV/IR-Cutfilter ZWO-ASI 294 mc Pro Color 68×60“, Klingenthal
Hajo Koppert konnte in seinem Urlaub auf Zingst sogenannte leuchtende Nachtwolken fotografieren.
Lecuhtende Nachtwolken über Zingst. Bild: Hajo Koppert
Während normale Wolken in der Troposphäre in Höhen bis zu 15 Kilometern zu finden sind, entstehen leuchtende Nachtwolken in der Mesopausenregion, in einer Höhe von 81 bis 87 Kilometern. Diese Region ist die kälteste Zone der Atmosphäre, wo im Sommer Temperaturen von unter –150 °C erreicht werden. Diese extrem niedrigen Temperaturen sind erforderlich, damit in diesen Höhen, trotz der sehr geringen Wasserdampfkonzentration, kleine Eiskristalle an Staubpartikeln kristallisieren können, die dann die Leuchtenden Nachtwolken bilden.
Das scheinbare Leuchten der Wolken entsteht durch gestreutes Sonnenlicht. Wenn die Sonne etwa 6 bis 16° unter dem Horizont steht, erscheint der Himmelshintergrund bereits dunkel, während die Wolken aufgrund ihrer großen Höhe noch von der Sonne beschienen werden und als leuchtende Nachtwolken erscheinen.
Im Sommer steht der Vollmond immer besonders tief. Peter Budszus und Hajo Koppert haben die Gelegenheit genutzt und sind in die Heusenstammer Schloßstraße gegangen und haben den noch fast vollen Mond über dem Torbau fotografiert. Vorausgegangen war ein bisschen Rechnerei, um die Mondhöhe, den Torbau, die Brennweite der Kamera und den passenden Abstand zu optimieren.
Dabei wurde eine Sequenz aus Bilder in 2-Minuten-Abstand fotografiert. Die Bilder wurden zu einer Collage zusammengesetzt, die zeigt, wie der Mond über den Torbau zieht.
Mond über dem Torbogen in Heusenstamm: Bild: Hajo Joppert und Peter Budzus