Sternfreunde Kreis Offenbach

Eine halbe Million Sterne – Der Kugelsternhaufen Messier 3

Kugelsternhaufen Messier 3, Bild: Hajo Koppert

Kugelsternhaufen gehören zu den rätselhaftesten und faszinierendsten Gebilde in unserem Universum. Dieses beeindruckende Exemplar im Sternbild Jagdhunde konnte Hajo Koppert aus seinem Garten in Heusenstamm fotografieren. Messier 3 besteht aus etwa einer halben Million Sterne und umkreist in 39.000 Lichtjahren Entfernung in einem galaktischen Halo unserer Milchstraße. Kugelsternhaufen sind die dichtesten gravitativ gebundenen Sternensysteme im Universum. Mehrere Hundert dieser Gebilde umkreisen unsere Milchstraße. Größere Galaxien wie beispielsweise M 87 haben zehntausende. Sie entstanden im frühen Universum durch die Verschmelzung von Zwerggalaxien. Die ältesten von ihnen sind somit fast so alt wie das Universum selbst.

Entsprechend alt sind auch ihre Sterne. Die meisten sind langlebige rote Zwerge. Die hellen roten Sterne auf dem Bild gehören jedoch zu den sogenannten „Roten Riesen“, die ihren Wasserstoffvorrat schon fast verbraucht haben. Blaue Sterne sind vorwiegend sehr massereiche, junge und heiße Sterne. Eigentlich sollte es solche Sterne in Kugelsternhaufen wegen ihres Alters nicht mehr geben. Dennoch sieht man auf dem Bild zahlreiche bläuliche Sterne. Diese sind sogenannte „Blaue Nachzügler“. Sie sind durch die Kollision und Verschmelzung von Sternen in späteren Lebensabschnitten des Kugelsternhaufens entstanden. Sie befinden sich vorwiegend im Zentrum des Haufens. Dort kommt es aufgrund der Sterndichte häufiger zu Sternkollisionen. Denn der mittlere Abstand der Sterne beträgt dort nur etwa 0,1 Lichtjahr. Zum Vergleich: Unser nächster Nachbarstern Proxima Centauri ist 4,2 Lichtjahre entfernt. Befände sich als unser Sonnensystem im Zentrum eines Kugelsternhaufens, so wäre der Nachthimmel gleißend hell.

NGC 457 der Eulenhaufen

Bei einem gelungenen Testlauf unseres neuen 12″-Newton-Teleskops konnten wir im Herbst vergangenen Jahres ein Bild von NGC 457 machen. Dieser offene Sternhaufen befindet sich im Sternbild Kassiopeia und wird wegen seiner Form auch Eulen- oder ET-Haufen genannt. Die beiden hellen Sterne Phi Cassiopeiae und HD 7902 bilden die „Augen“ des Haufens. Es handelt sich dabei allerdings wahrscheinlich um Vordergrundsterne, die nicht zum Haufen gehören. Der Sternhaufen ist mit einem Alter von ~20 Mio. Jahren noch sehr jung. Er befindet sich in etwa 9.000 Lichtjahren Entfernung im Perseusarm unserer Milchstraße.

Leider hat das schlechte Wetter der vergangenen Monate bisher keine weiteren Bilder mit unserer neuen Ausrüstung zugelassen. Wir hoffen daher auf bessere Bedingungen in den nächsten Wochen, sodass wir weitere Bilder präsentieren können.

Bild: Hajo Koppert, Thomas Gentil, Frank Ahnert und Christian Herold

Aktuelle Veranstaltungen

Veranstaltungen

Aktuell können wir Ihnen aufgrund der aktuellen Lage noch keine Termine zu Vorträgen im Jahr 2022 nennen.

Bisherige Vorträge konnten unter der Einschränkung des 2G Modells (geimpft oder genesen) stattfinden. Wir halten hierzu ein laufend aktualisiertes Hygienekonzept (05.12.2021) vor.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Der Kokon-Nebel

Diese beeindruckende Aufnahme des Kokon-Nebels (IC 5146) ist Hajo Koppert mit seiner neuen Astrokamera QHY 600L unter dem dunklen Himmel in seinem Kroatien Urlaub gelungen. Die 5 Stunden Belichtungszeit brachten allerhand Details zum Vorschein. Der Kokon-Nebel ist ein 3000 Lichtjahre entferntes Sternentstehungsgebiet, das hauptsächlich aus ionisiertem Wasserstoff besteht. In der Umgebung lassen sich dunkle Staubwolken erkennen, die das Sternenlicht reflektieren. Sie gehören zur Dunkelwolke Bernard 168, einer großen Molekülwolke im Sternbild Schwan, an deren östlichen Rand sich der Kokon-Nebel befindet. Der Nebel enthält den jungen Sternhaufen Collinder 470, der sich erst vor wenigen 100.000 Jahren aus den Gasen und dem Staub des Nebels gebildet hat. Die jungen Sterne ionisieren den Wasserstoff und regen ihn zum Leuchten an, wodurch dieser Teil der Dunkelwolke erst sichtbar wird.

Bild: Hajo Koppert